Das zweite Jahr – 10

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Das erste Jahr Babybuddha jetzt auf:

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Du hast einen Sohn! Das kann nicht ohne Folgen bleiben. Du als Vater, Mann hast ein Kind, einen Sohn, einen kleinen Mann auf dem Weg zum größeren, eines Tages großen Mann. Dass wir beide Männer sind, ist unfragwürdig. Zu offensichtlich ist es, es bedarf keines Nachdenkens, die Evidenz unseres Mannseins (wenn der Sohn mit dem Rücken am Knie des Vaters lehnt, sanft schaukelnd: eine fast lässige Haltung) ist tatsächlich eine Art Licht, das unmöglich schwinden, gar verschwinden könnte. Wenig zeigt sich mit dieser Sicherheit, wenig so ungetrübt von Ressentiments und Zweifeln: einmal empfunden wird zum immer empfunden und immer empfinden. Kontinuität eines schwankungslosen, innigen Gefühls: wir beide sind Männer. Aus dieser Übereinstimmung lässt sich ein Glück gewinnen, das nur auf den ersten Blick verblüfft. Dann aber offenbart sich die Teilhabe an einem Prinzip, dem Männlichen, das wie eine Verheißung klingt: werde tätig aus ihm heraus und gestalte es! Aus deiner prinzipiellen Klarheit fließt Tatendrang, denn jedes Prinzip möchte handeln und sich zur Anwendung bringen! Wende dich also an, Babymann! Dazu muss das Prinzip erst einmal bekannt mit sich werden. Diese Bekanntschaft kann ihre Grundlage nur auf der Gemeinsamkeit zwischen Vater und Sohn bilden. Fließt es, darf es fließen, ungehemmt vom Vater zum Sohn und darf der Rückfluss vom Sohn zum Vater ebenso hemmungslos sein, dann mündet das Prinzip ins Ideal. (Das ist Schwärmerei, natürlich. Dagegen will die enge Stirn der Gegenwart augenblicklich sprechen. Dies soll also unsere erste männliche Tat sein, der Schwärmerei das Wort zu geben und wenn nötig, freizukämpfen. Das Leben ist eine glückliche Veranstaltung, oder besser, es hat das Zeug zu allem Glück. Und das Tätigsein des Anfangs ist die Zuwendung des Vaters zum Sohn. Die Zuwendung des Sohns zum Vater ist die natürliche, die der Vater durch seine eigene Zuwendung so sein lässt. Noch einmal: das Leben ist ein Glücksfall. Und ein besonderer Glücksfall ist es, Vater zu sein, jetzt Vater eines Sohnes. Auch das ist ein Prinzip, das vom Vater auf den Sohn übergehen und vom Sohn in den Vater fließen kann: Die Betrachtung des Lebens nicht von der Problemwarte aus, stattdessen jedes Mal wieder aufs Neue in der Schwärmerei zu verbleiben – die ruhig und still sein kann -, eine Art gemeinsamer Versenkung, die sich greifen, aber nicht angreifen lässt. Und das: nicht ich werde es der Welt zeigen, wir werden es ihr zeigen. Männerschwärmerei!) Du hast einen Sohn! Das kann nicht ohne Folgen bleiben! Natürlich meldet sich irgendwann Sigmund Freud zu Wort (vor Moses noch, vor dem Gottvater selbst). Freud spricht als Sohn und Vater, mehr möglicherweise als ein Sohn, der sich an die Stelle des Vaters gerückt hat. Ödipus ist seit Freud allgegenwärtig, manchmal laut, meist leise (Freud: ein wahrhaft großer Schriftsteller. So kann ich ihn am besten sehen: als schreibenden Mann. Der mit Lust und Stil Unverwechselbares zu Papier bringt. Der seinem Eigensinn vertraut, seine Beschränktheit aber nie abstreitet. Der in kosmische Zusammenhänge eindringt, aber dabei mit den Füßen auf dem Boden bleibt, auf Mutter Erde. Unbeirrbar wie ein Religionsstifter ist er, und bis heute löst sein Denken Rivalität und Widerständigkeit aus, die kaum je einem Mann mit dieser Gewalt entgegengeschlagen sind. Jeder hat eine Meinung zu Freud. Wie viele haben ihn gelesen, wie viele haben über ihn und über ihn hinweg gelesen? Im Gespräch mit anderen springt reflexartig Skepsis hervor, ein grundsätzlicher Zweifel, Misstrauen und Kopfschütteln zeigen sich. Die Äußerungen über Freud sind oft abfällig und hochmütig. Manch einer hat ihn durchschaut und überwunden. Nicht selten begegnet man einer Furcht, die dazu anregt, schnell das Thema zu wechseln. Freud scheint irgendwie gefährlich zu sein, man könnte betroffen sein, wo man doch schon genug mit der Selbstbestimmung des eigenen Ich zu tun hat. Aber er ist doch nur ein Schriftsteller! Ein Mann, der schreibt, unter anderem über Väter und Söhne. So kann ich ihn am besten sehen: der über Männer schreibende Mann. Einer, der schreibt, lebt die Fiktion. Die Fiktion ist groß und großartig, wenn der, der sie in die Welt bringt, ein großer Schriftsteller ist. Freud ist groß, hinreißend, spannend, fordernd, ein bisschen unheimlich. Er berührt Verstand und Herz gleichermaßen wie Shakespeare und Goethe. Freud ist ein schreibender Vater, dessen Geschichten berühren wie die Märchen der Kindheit. Das große, schöne Märchen von Vater und Sohn, das ist Freuds Märchen mit Fortsetzung. Es zieht sich durch viele Texte hin und hindurch, wandelt sich, dehnt sich aus über die Jahrhunderte, schrumpft und wird klein im Augenblick, da es gehört wird. Hier im Zimmer erzählt es sich, dieses Märchen. Im Gespräch mit anderen gibt es ebenso Bewunderung und Respekt, fast Ehrfurcht. Der gute Vater, der nur vom Leben erzählt und nie aufhört vom Leben zu erzählen, der vom Vorbild spricht, selbst aber ein viel zu guter, bewanderter Erzähler ist, als dass er selbst Vorbild sein könnte. Seine Fiktion ist vielleicht Sprengmeisterei, seine Geschichten flüssiger Sprengstoff, erst bitter, dann süß, der eigene Gedanken und Gefühle in seinen Zuhörern hervorsprengt, weil er in die feinsten Ritzen sickert, ins Unterirdische wie ins Unirdische.) Freud also: es, er kann jeden treffen. Könnte es nicht sein, dass Freud recht hat? Was bedeutet das für mich, den Vater? Am besten wird sein, ich stelle ein Stück Freud gleichsam neben meinen Sohn (der sich – so fühlt sich sein Biss in meinen Daumen an – gerade in der oral-kannibalistischen Phase befindet. Ich muss ihn ein wenig bremsen in seinem Verschlingungsbegehren meiner väterlichen Person gegenüber, da seine kleinen, ja fast immer noch neuen Schneidezähne tatsächlich von einer Schärfe sind, die deutlich schmerzhaft ist. Du könntest dich doch auch anders mit mir identifizieren, versuche ich ihn abzulenken, was aber nur kurz hilft, vielleicht auch deshalb, weil mir selbst nicht klar ist, wie anders er sich mit mir identifizieren könnte. Zudem ist mein Wunsch, nicht gebissen zu werden, ein halbherzig geäußerter, denn sein Biss fühlt sich faszinierend angenehm an. Und dazu diese kleine Fantasie: wie wäre es, wenn mein Sohn mich ganz und gar verschlingen würde? Wo würde ich landen?). Freud also: Der vereinfachte Fall gestaltet sich für das männliche Kind in folgender Weise: Ganz frühzeitig entwickelt es für die Mutter eine Objektbesetzung, die von der Mutterbrust ihren Ausgang nimmt und das vorbildliche Beispiel einer Objektwahl nach dem Anlehnungstypus zeigt; des Vaters bemächtigt sich der Knabe durch Identifizierung. Die beiden Beziehungen gehen eine Weile nebeneinander her, bis durch die Verstärkung der sexuellen Wünsche nach der Mutter und die Wahrnehmung, daß der Vater diesen Wünschen ein Hindernis ist, der Ödipuskomplex entsteht. Die Vateridentifizierung nimmt nun eine feindselige Tönung an, sie wendet sich zum Wunsch, den Vater zu beseitigen, um ihn bei der Mutter zu ersetzen. Von da an ist das Verhältnis zum Vater ambivalent; es scheint, als ob die in der Identifizierung von Anfang an enthaltene Ambivalenz manifest geworden wäre. Die ambivalente Einstel­lung zum Vater und die nur zärtliche Objektstrebung nach der Mutter beschreiben für den Knaben den Inhalt des einfachen, positiven Ödipus­komplexes. Ich also: Sehe meinen Sohn an, spüre die Wärme von seinem Kopf her aufsteigen, eine duftende Wärme, immer noch Babywärme – und suche im sichtbaren Kind das unsichtbare Begehren. Ich finde Einvernehmen mit meinem Sohn, das aber mit einer deutlichen Warnung versehen ist: wir werden darin nicht zu weit gehen. In der äußeren Welt. In der inneren Welt füllen wir es ganz und gar aus: wir beiden Boten des Männlichen. Der Wunsch, mich beseitigen zu wollen, ist offensichtlich, aber ebenso schnell verflogen, wie er aufgetaucht ist. Manchmal werde ich zur Seite geschoben, rüde verlassen, wenn du, die Mutter, dich näherst, aber nicht immer. Es persönlich zu nehmen, würde den Ödipusgedanken verstärken, es nicht persönlich zu nehmen, ihn gewissermaßen gläsern machen, luftig, substanzlos, doch ohne ihn gänzlich aufzulösen. Den Wunsch den anderen zu beseitigen, teilen wir übrigens miteinander, wie ein krasser Scherz kommt er uns dann vor, den wir ab und zu reißen, der ein merkwürdiges Einvernehmen schafft, so merkwürdig wie Babyhumor sich eben manchmal zeigt. Dramatik im Ödipalen aber wird sich zwischen uns nicht einstellen, nicht etwa, weil der Ödipuskomplex falsch wäre, sondern weil Freud das elterliche Leben in Umständen betrachtet hat, die ihn etwas haben übersehen lassen, haben übersehen lassen müssen. Die Ausprägung des Ödipuskomplexes kann nicht unabhängig betrachtet werden von der väterlichen Anwesenheit und Nähe. (Ja, wir spekulieren gerade, womöglich wird uns die Zukunft widerlegen. Neben der Schwärmerei ist die Spekulation aber nun mal eine Leidenschaft von uns.) Es ist ein großer Unterschied, ob der Vater von Beginn an vorhanden ist, in wenn nicht gleicher Nähe, so doch ähnlich großer wie die Mutter, oder ob er nicht vorhanden ist, ein Vater, dessen zeitliche Anwesenheitsschwankungen dem Baby nicht verborgen bleiben können. Wie das Baby noch mehr seine Abwesenheit spürt. Nur wer da ist, ist da. Die weibliche, nährende Brust noch mächtiger zu machen, als sie es von Natur aus schon ist, ist eine sonderbare Entschuldigung für die Väterferne. Wir glauben, die Nähe des Vaters von Beginn an wird den Ödipuskomplex verwandeln, sie wird ihm den tragischen und dramatischen Boden entziehen, der durch die väterliche Diskontinuität ins Unsichere umgepflügt wird. Nur wer da ist, wird akzeptiert und nicht als Störer, Eindringling, Feind betrachtet. Da sein heißt: nur da sein und tun, was nötig ist. Die väterlichen Möglichkeiten sind groß, der Mann verändert sich, sehr langsam, aber wir beide arbeiten hart und weich daran. Wir beißen uns gegenseitig in die Finger (nein, ich weniger, einmal ist es mir versehentlich geschehen, der Schmerzensschrei des Sohnes war groß. Unsere äußeren Kräfte sind zu unterschiedlich. Ganz anders unsere inneren. Wir knabbern an den gleichen Komplexen mit gleicher Kraft). Ist der Vater da, kann der Sohn solange er will, an dessen Bein lehnen, ein Arm über sein Knie gelegt, als würde er in einem Cabrio sitzen. Die Zeit, die die beiden miteinander verbringen, die wichtige Anfangszeit, die wichtigste Zeit, entschärft diesen gewaltigen Komplex. Ödipus kann seinem Vater in die Augen sehen, ihn lächelnd erkennen und zum Teufel wünschen. Der Vater wird seinem Ödipus in die Augen sehen, ihn lächelnd erkennen und gewähren lassen. Dann werden sie sich auf eine Bank setzen mit Blick in die untergehende (oder die aufgehende) Sonne und über Freud reden. Der Vater wird alt sein und die Hand aufs Knie seines Sohnes legen. Die schrecklichen alten Zeiten sind vorbei.

You have a son! You have a son! This cannot fail to have consequences. You as a father, a man, have a child, a son, a little man on the way to becoming a big man one day. That we are both men is unquestionable. It’s all too obvious, requires no reflection, this evidence of our manhood (when the son leans his back against his father’s knee, gently swaying: an almost nonchalant position) is actually a kind of light that cannot possibly fade, let alone vanish. There are few things that show themselves with such self-evidence, few that are so unclouded by resentment and doubt: once felt, it becomes what was and is always felt. Continuity of a deep and unvarying feeling: we are both men. This concordance entails a good fortune, which is baffling only at first glance. But then something is revealed, one’s portion in, and partaking of, a principle, the masculine principle, which sounds like a prophesy: Go forth and act from this principle and thereby give it shape! From the clarity you possess by virtue of this principle, there flows a zest for action, for every principle wants to act and make itself useful! Make use of yourself, then, baby man! In order for this to happen, the principle must first become acquainted with itself. This acquaintance can only find its foundation in the commonality of father and son. If there is a flow, if the current from father to son is allowed to flow without hindrance, and if the reciprocal current from son to father is permitted to flow at liberty as well, then the principle flows directly into the ideal. (This is a rhapsody, of course. The narrow mind of the our present day immediately objects to such enthusiasm. So let this be our first manly deed, to declare the rights of enthusiasm and, if necessary, free it from restraint by those who deny it the right of speech. Life is a happy performance, or rather, it has the wherewithal for every kind of happiness. And the activity of the beginning is the father’s attention to the son. The son’s attention to the father is natural attention, which the father allows to be as it is by the act of his own attention. Once again: life is a fortunate accident. And it is an especially fortunate chance to be a father, now the father of a son. That too is a principle, which can be transmitted from the father to the son and flow from the son to the father: to contemplate life, not from the position of a problematic, but instead to remain, each time all over again, in the view of enthusiasm – which can be calm and still –, a kind of absorption in joint contemplation that is palpable but unassailable. And this: It is not I who will show it to the world, but we who will show it together – rhapsodically, we men!) You have a son! This cannot fail to have consequences! Of course sooner or later Sigmund Freud will have something to say about this (before Moses, before God the Father Himself). Freud speaks as son and father, possibly more as a son who has taken the place of the father. Ever since Freud, Oedipus is omnipresent, sometimes loudly, sometimes quietly (Freud: a truly great writer. This is how I see him most clearly: as a writing man. Who with joy and with style brings unique, unmistakable thoughts to the page. Who trusts his own wayward, stubborn mind, yet never denies his limitations. Who delves into cosmic interconnectios, yet always keeps his feet on the ground, on Mother Earth. Unwavering as any founder of a religion, and unto this day his thought provokes rivalry and opposition of a virulence that has hardly ever been launched at any man’s reputation. Everyone has an opinion about Freud. How many have read him, how many have read about him or read him in such a way as to sidestep him altogether? In conversation with others, a reflexive skepticism springs up, fundamental doubt and mistrust arises, there is much shaking of heads. Comments on Freud are often dismissive and haughty. The numbers of people who have seen through and gone beyond him appear to be many. Quite often one encounters a fear that seems to recommend a change of subject. Freud appears to be dangerous somehow, one could be implicated, when it’s already hard enough to arrive at a modicum of self-determination. But he is just a writer! A man who writes, about fathers and sons among other subjects. That is how I see him most clearly: the man who writes about men. A person who writes is living a fiction. The fiction is great, even grand, when the one who brings it into the world is a great writer. Freud is great, enthralling, exciting, demanding, a little uncanny. He touches the mind and the heart to the same degree that Shakespeare and Goethe do. Freud is a writing father whose stories touch his readers like the fairytales of our childhood. The great and beautiful fairytale of the father and the son, that is Freud’s fairytale, with instalments. It runs through many texts, transforms itself, expands through the centuries, shrinks and becomes small at the moment when it is heard. Here in this room it is telling itself, this fairytale. In conversation with others there is also admiration and respect, almost awe. The good father, who only tells stories about life and never ceases to tell stories about life, who speaks of the role model, but who is much too good and skilled a storyteller to be that role model himself. Perhaps his fiction is a form of demolition work, his stories are a kind of liquid dynamite, fist bitter, then sweet, that blasts into light from the depths of his listeners’ minds their own thoughts and feelings, because it trickles into the finest crevices, the subterranean ones and the unearthly ones as well.) Freud, then: it, he, can strike anyone. Is it not possible that Freud is right? What does this mean for me, the father? It will be best if I put a piece of Freud next to my son (who – as his bite on my thumb suggests – is presently at the oral-cannibalistic stage. I need to put brakes on his wish to devour this fatherly personage that I am, as his small, still almost new incisors are of a sharpness that is noticeably painful. You could identify with me in a different way, I try to distract him, but this only helps briefly, perhaps in part because it is not clear to me either how else he might identify with me. Furthermore, my wish not to be bitten is only halfheartedly expressed, for his bite feels fascinatingly pleasant. And then, in addition, there is this little fantasy: What if my son were to devour me completely? Where would I end up?). Freud, then: In its simplified form the case of a male child may be described as follows. At a very early age the boy develops an object-cathexis for his mother, which originally related to the mother’s breast and is the prototype of an object-choice on the anaclitic model; the boy deals with his father by identifying with him. For a time these two relationships proceed side by side, until the boys wishes in regard to his mother become more intense and his father is perceived as an obstacle to them; from this the Oedipus complex originates. His identification with his father then takes on a hostile coloring and changes into a wish to get rid of his father in order to take his place with his mother. Henceforward his relation to his father is ambivalent; it seems as if the ambivalence inherent in the identification from the beginning had become manifest. An ambivalent attitude to his father and an object-relation of a solely affectionate kind to his mother make up the content of the simple Oedipus complex in a boy. I, then: I look at my son, feel the warmth rising from his head, a fragrant warmth, still baby warmth – and seek in the visible child the invisible desire. I find agreement with my son, but this agreement is furnished with a clear warning: we will not go too far with this. In the outer world. In the inner world we fill it out completely: we two messengers of manhood. The desire to get rid me is obvious, but it vanishes as quickly as it arises. Sometimes I am pushed aside, rudely abandoned, when you, his mother, approach, but not always. To take it personally would strengthen the Oedipus Complex; not to take it personally would render it glassy, as it were, or airy, insubstantial, but without dissolving it entirely. The wish to get rid of the other is something we share, incidentally; when it shows up it seems like a rather crass joke we play once in a while, and it produces an odd mutual understanding, odd in the way baby humor can be odd at times. However, dramatic Oedipal developments will not take place between us, and this is not because the Oedipus Complex is wrong, but because Freud observed parental life under circumstances that must have led him to overlook something. The manifestations of the Oedipus Complex cannot be observed independently of the father’s presence or proximity. (Indeed, we are speculating now, conceivably the future will refute us. After all, along with idealistic enthusiasm, speculation is one of our passions.) It makes a great difference whether the father is present from the beginning, in a proximity that is comparable if not equal to that of the mother, or whether he is not there, a father whose presence is subject to temporal variations which the baby cannot fail to register. And of course the baby will feel his absence even more. Only someone who is there is there. Making the female, nourishing breast more powerful than nature has already made it is a strange excuse for paternal distance. We believe that the father’s nearness from the beginning will transform the Oedipus Complex, will deprive it of its tragic and dramatic soil, that fertile ground of uncertainty, continually ploughed by the discontinuity of the father principle. Only someone who is there is accepted and not regarded as a disturber, an intruder, an enemy. To be there means: only to be there and to do what is needed. The paternal possibilities are great, the male is changing, very slowly, but we are both working at it in ways that are hard and soft. We bite each other’s finger (no, I less so, it happened once accidentally, my son’s scream of pain was great. Our comparative outer strength is too different. It is quite different with our inner strengths. We are gnawing with equal strength on the same complexes). If the father is there, the son can lean on his leg for as long as he wants, one arm laid over his knee, as if sitting in a cabriolet. The time the two of them spend together, the important time of the beginning, the most important time, defuses this powerful complex. Oedipus can look his father in the eye, recognize him, smiling, and wish he would go to hell. The father will look his Oedipus in the eye, recognize him, smiling, and allow him a free hand. Then they will sit down on a bench to gaze at the setting (or rising) sun and talk about Freud. The father will be old and will place a hand on his son’s knee. The terrible old days are over.

 

 

 

 

 

 

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