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Wir sind es gewohnt, uns als Einzelne zu sehen, zu denken, zu fühlen, zu erinnern. Selbst in unserem größten Unglück ziehen wir das nicht in Zweifel (höchstens das größte Glück kann uns ein wenig schwanken lassen). Es ist viel mehr als eine Überzeugung, größer als ein Bekenntnis, tiefer als ein Glaube, fester als ein Wissen. Es ist die Wahrheit schlechthin (die uns ausgerechnet dann, wenn es um uns selbst geht, zuteil wird!). Wie erschütternd muss da eine ganz andere Wahrheit auf uns wirken: Das Baby ist kein Einzelnes (sogleich bedauern wir das, sind gerührt, traurig, ganz ernst). So stehen wir vor unserem Baby, diesem einen Baby und denken: Diese andere Wahrheit müssen wir üben.

We are used to regard ourselves as separate beings, and to think, feel, and remember ourselves as such. Even our greatest unhappiness doesn’t change that view (though sometimes our greatest happiness sways it a little). It is much more than a conviction, greater than a creed, deeper than a faith, more solid than knowledge. It is truth itself, absolute (which, not surprisingly, is granted us at moments when we ourselves are at issue!). How upsetting, of necessity, is the impact of a completely different truth: The baby is not a separate being (immediately we regret this, are moved, sad, utterly serious). Thus we stand before our baby, this one baby, and think: We must practice this other truth.

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