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Nicht aufhören, nicht nachlassen: das Baby kennt keine Seinsmüdigkeit (die jeden von uns einmal, mehrmals im Leben ergreift. Ein Griff, der sich abschütteln, aber nicht wieder vergessen lässt). Hierin ist das Baby unser properes Vorbild. Wie es seine Unbeweglichkeit, sein Nicht-vom-Fleck-kommen in die Tugend der Duldsamkeit verwandelt. Natürlich, denken wir verdutzt, es macht uns einfach nur nach. Imitiert unsere eigene Unbeweglichkeit, unser eigenes Nicht-vom-Fleck-kommen, um uns unsere Untugend der Unduldsamkeit zu beleuchten (lag unser Baby wirklich vorhin dort drüben, unweit der Stehlampe, die linke Hand auf dem Fußschalter?).

Never stopping, undeterred: the baby knows no existential exhaustion (which takes hold of us all several times in the course of life. A grip that can be shaken off but is never forgotten). In this, the baby is our true role model. How he transforms his immobility, his not getting anywhere, into the virtue of patience. Baffled, we think: Of course, he’s just imitating us. Imitating our own immobility, our own stuckness, to cast a light on our vice of impatience (was our baby really lying over there, near the floor lamp, just a moment ago, his left hand near the foot switch?).

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