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Nichts und niemand ist weniger spektakulär als das Baby. Es ist weder Sensation noch Phänomen. Selbst seine Einmaligkeit ist eine Übertreibung unseres berechnenden Denkens. Sie sind doch alle gleich, diese Babys, finden wir: machen wir sie also ungleich! (Wir können nicht anders.) Beseelen wir sie! Das ist es doch, was wir in aller Langsamkeit mit unserem Baby unternehmen: die Seele übertragen. Wir menschlichen Götter, wir lieben nun mal das Spektakel und die Sensation. Und was könnte spektakulärer und sensationeller sein, als diese phänomenale Seelenwanderung.

Nothing and no one is less spectacular than the baby. He is neither a sensation nor a phenomenon. Even his uniqueness is an exaggeration on the part of our calculating intellect. Surely they’re all the same, these babies, so let’s make them different! (We can’t help it.) Let’s endow them with souls! Isn’t that what we are doing with our baby, little by little—transmitting soul? We human gods are simply in love with spectacles and sensations. And what could be more spectacular and sensational than this phenomenal transmigration of souls.

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