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Als lebte man zwei Leben: eines als Baby und eines danach. Dass wir selbst einst Baby waren – nur die Erzählungen der Anderen lassen es uns glauben. Die eigene Erinnerung versagt, ist das falsche Mittel, sich den Babyzustand wach zu rufen. Das Baby ist sich selbst gleich, seine Gegenwärtigkeit ist vollkommen. Setzt die Erinnerung in unserem Leben ein, scheinen wir uns von uns zu trennen und unsere Präsenz wird schwach oder versiegt. Kommt unser Baby auf die Welt, beginnt unsere Wiedergeburt (als Baby). Und eine andere Art von Erinnerung findet uns. Eine Erinnerung, die sich an nichts erinnert und doch so genannt werden will. Sich so zu erinnern, sich so an nichts zu erinnern, ist nicht ungefährlich, lächelndes Baby!

As if one were living two lives: one as a baby and one afterwards. That we ourselves were once a baby – only other people’s stories can make us believe that. One’s own memory fails, is the wrong means to awaken the condition of babyhood in oneself. The baby equals itself, his presence is perfect. As soon as memory enters our life, we seem to divide ourselves from ourselves and our presence grows weak or dries up. As soon as our baby comes into the world, our rebirth (as a baby) begins. And a different kind of memory finds us. A memory that remembers nothing and yet wants to be known by that name. To remember like this, to remember nothing like this, is not without danger, smiling baby!

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